Sicherheit statt Polemik

„Die Kritik von Bundesminister Ramsauer an Fahrradfahrern in Deutschland ist polemisch und wenig hilfreich", erklärt die Bundestagsabgeordnete Ulrike Gottschalck, die auch zuständige Berichterstatterin für Radverkehr der SPD-Bundestagsfraktion ist. Der Bundesminister sollte keine einseitigen Statements abgeben, sondern sich für eine an den tatsächlichen Zahlen orientierte Verkehrssicherheitsarbeit einsetzen.

„Sicherlich gibt es auch bei den Radfahrern "Verkehrsrowdies", allerdings auch bei anderen Verkehrsteilnehmern." Und auch die Abgrenzung sei falsch, denn viele Autofahrer seien häufig auch Fußgänger oder eben Radler. Für alle gelte zudem die Straßenverkehrsordnung mit Paragraph 1: Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.

In der Tat hätten sich im letzten Jahr die Zahl der Verkehrsunfälle mit tödlich verunglückten Fahrradfahrern deutlich auf 398 erhöht. Über 50 Prozent davon hätten sich jedoch außerhalb von geschlossenen Ortschaften ereignet, wo meistens keine Fahrradwege vorhanden seien. „Genau hier hat aber Ramsauer 30 Prozent der Bundesmittel gekürzt. Wenn er wirklich etwas für Verkehrssicherheit tun will, muss er diese Kürzungen rückgängig machen und den Radwegebau besser fördern", fordert Gottschalck.

Wichtig wäre auch in „Überlebenstechniken" zu investieren, um tödliche Unfälle mit Fahrradfahrern und Fußgängern zu vermeiden. Viele tödliche Unfälle ereigneten sich beispielsweise, weil LKWs Radfahrer beim Abbiegen übersehen. Mit einer Technik ähnlich einer elektronischen Einparkhilfe könnten Menschenleben gerettet werden.

„Fahrradfahren ist eine gesunde und umweltfreundliche Alternative zum Auto und muss weiter gefördert werden", sagt Gottschalck. Anstelle polemischer Äußerungen solle Ramsauer den Fahrradverkehr nicht immer noch als unbedeutende Größe in der Verkehrspolitik betrachten. Die Antworten der Bundesregierung (Drucksache 17/9110) auf ihre kleine Anfrage zum Stellenwert des Fahrradverkehrs belegten leider, dass von der Bundesregierung keine wichtigen Impulse ausgehen. 

Veröffentlicht: 18.04.2012



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© Ulrike Gottschalck
Datum des Ausdrucks: 24.10.2014